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12. Mär. 2020, 11:10 Uhr

Stellungnahme des Wasserverbundes Bern zu Chlorothalonil im Trinkwasser

Medienmitteilung

Die Wasserverbund Region Bern AG (WVRB AG) stellt das Trinkwasser in 17 Gemeinden der Region Bern zur Verfügung. Die Einwohnergemeinden Allmendingen, Bolligen, Bremgarten, Frauenkappelen, Ittigen, Kehrsatz, Kirchlindach, Ostermundigen, Rubigen, Stettlen, Vechigen, Wohlen, Worb und Zollikofen sowie Energie Wasser Bern für die Stadt Bern, die Gemeindebe-triebe Muri (gbm) und die Wasserversorgungsgenossenschaft Meikirch-Uettligen und Umge-bung bilden das Aktionariat und beziehen sämtliches Trinkwasser für die öffentliche Versor-gung von der WVRB AG.

In letzter Zeit haben aufgrund der Diskussion betreffend Coronavirus und Pflanzenschutzmit-tel die Anfragen zum Thema Trinkwasserqualität zugenommen. Der teilweise widersprüchliche Informationsstand in der Bevölkerung und die daraus entstandenen Verunsicherungen veran-lassen die WVRB AG zu einer Klarstellung.

Das Verbreiten von krankmachenden Viren durch das Trinkwasser und eine Ansteckung durch das Coronavirus durch den Konsum von Hahnenwasser kann aus Sicht der WVRB AG ausge-schlossen werden. Trinkwasser wird in geschlossenen Systemen mit hohen hygienischen Si-cherheitsstandards gewonnen und verteilt. Trinkwasserleitungen stehen unter hohem Druck und sie sind luftdicht verschlossen. Ein Eindringen von Schadstoffen in Wassertransportleitun-gen ist daher nicht möglich.

Die WVRB AG hat seit 2008 grosse Anstrengungen zum Schutz des Trinkwassers unternom-men. Die Wasserentnahmestellen wurden auf die besten Orte konzentriert und Fassungsge-biete mit Konflikten zu Siedlungsgebieten und Landwirtschaft wurden aufgegeben. Weiter hat sie zusätzliches Land erworben und in den Schutzzonen S1 und S2 den Ackerbau verboten sowie die Tierhaltung eingeschränkt. Diese Massnahmen zahlen sich heute aus, denn bis heute traten bei Trinkwasseranalysen im Versorgungsgebiet der WVRB AG keine Grenzwert-überschreitungen von Pflanzenschutzmitteln oder deren Metaboliten auf.

Im Rahmen der Diskussion rund um Chlorothalonil und deren Metaboliten wurden durch die WVRB AG 2019 sämtliche Fassungen spezifisch auf diese Verbindungen untersucht, wobei keine Grenzwerte überschritten bzw. alle Resultate tiefer als die Nachweisgrenzen waren.

Aufgrund der Empfehlungen des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sowie der verbesserten Analytik mit tieferen Nachweisgrenzen wurden die Untersu-chungen dieses Jahr auf weitere Metaboliten ausgeweitet. Die Resultate zeigen, dass einige Metaboliten nun nachgewiesen werden, die Grenzwerte pro Fassung jedoch eingehalten wer-den.

Die WVRB AG wird die Thematik weiterhin sehr ernst nehmen und entsprechende Untersu-chungen weiterführen. Die Verantwortlichen der WVRB AG gehen davon aus, dass durch die bereits getroffenen Massnahmen und das schweizweite Verbot von Chlorothalonil auch wei-terhin keine Grenzwertüberschreitungen zu erwarten sind.

Für Fragen steht Ihnen der Geschäftsführer Bernhard Gyger 031 370 12 60 zur Verfügung.

Bern, 9. März 2020

Untersuchungsbericht

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